Außerordentliche Resonanz bei Aligner-Forum

Mit 320 Teilnehmern, 32 international anerkannten Referenten und 18 Industriepartnern war der 1. Wissenschaftliche Kongress für Aligner Orthodontie Ende November 2010 in Köln ein voller Erfolg. Der Veranstalter, die Deutsche Gesellschaft für Aligner Orthodontie e.V. (DGAO), zog ein durchweg positives Resümee.

An zwei Tagen wurden in den Tagungsräumen des renommierten InterContinental-Hotels in Köln Fachvorträge unterschiedlichster Aspekte zu allen bestehenden Aligner–Systemen vorgetragen. In angenehmer Atmosphäre konnte sich das interessierte Fachpublikum mit den international namhaften Experten austauschen. Der 1. Wissenschaftliche Kongress für Aligner Orthodontie war die bisher größte, herstellerunabhängige Veranstaltung, die ganz gezielt ausschließlich für die Aligner-Therapie ein entsprechendes Forum bot.

Eingeläutet wurde die Tagung am Freitag mit einem Vorkongress unter dem Thema „Abrechnung und Rechtliches“. Prof. Robert Fuhrmann aus Halle wies in seinem Eröffnungs-Vortrag „Erstattungs-, Genehmigungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Aligner Orthodontie“ u.a. auf die Schwierigkeiten infolge des neuen Versicherungsvertragsgesetztes hin. Ergänzt wurden die forensischen Sachthemen durch Herrn Dirk Franke und Herrn Marek Abram aus der Perspektive eines Versicherers (DAEV/AXA), während Frau Alexandra Petersen von pvs mefa reiss in Ihrem Vortrag prägnant den professionellen Umgang mit Kostenerstattungsträgern erläuterte. Der für die vielen praktisch tätigenden Kieferorthopäden interessante Vorkongress endete mit dem Vortrag des Rechtsanwaltes Michal Zach, der insbesondere die juristischen Aspekte der Aligner Behandlung beleuchtete. Durch das folgende, umfangreiche wissenschaftliche Programm des Hauptkongresses, am Freitag und Samstag, moderierte routiniert Prof. em. Rainer-Reginald Miethke (Doha, Katar), Präsident der DGAO e.V.. Sein aufschlussreicher Einführungs-Vortrag beschrieb die Historie der Aligner Entwicklung von den bereits frühen Anfängen aus der Nachkriegszeit über die Markteinführung des invisalign-Systems in den USA und Europa zur Jahrtausendwende bis hin zu den heutigen Indikationen der Aligner-Therapie. Das Programm bestach durch vielfältige nationale und internationale Beiträge (Italien, Österreich, Schweiz, USA und Korea) der Aligner Anwendung aus der Praxis und den Hochschulen. So wurde über das Verfahren und die klinische Anwendung des Clear-Aligner-Systems von Dr. Tae Weon Kim (Korea) und in erfrischend pragmatischer Weise von Dr. Bruno Wilhelmy aus seiner Praxis in Duisburg berichtet. Die Tagungspräsidentin Dr. Julia Haubrich zeigte in Ihrer Präsentation beeindruckende Ergebnisse der Klasse-II-Behandlung mit dem invisalign-System, während Dr. Werner Schupp auch aus Köln die Indikation von invisalign insbesondere in der Therapie von cranio-mandibulären Dysfunktionen darstellte. Dem schwierigen Thema der Klasse-III-Behandlungen in Kombination mit kieferchirurgischer Intervention widmete sich in gewohnt perfekter Darbietung Dr. Boris Sonnenberg aus Stuttgart. Über die Möglichkeiten und Grenzen der Extraktionstherapie mit dem invisalign-System referierte einer der erfahrensten Anwender Dr. Marko Tribò aus Zürich (CH). Dr. Thomas Drechsler aus Wiesbaden konnte hingegen in seinem ausführlichen und zugleich kurzweiligen Vortrag die Vorteile der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit dem speziell auf die Bedürfnisse junger Patienten abgestimmten, neuen invisalign-teen Produkt von Align Technology dem interessierten Auditorium aufzeigen. Einen spannenden Ausblick auf die zukünftigen Innovationen der Firma Align Technology Inc. gewährte Dr. Mitra Derakhshan (USA) mit einem „sneak a peek“ auf die im nächsten Jahr kommende G3-Evolution von invisalign. Wenn es um Weiterentwicklung auf dem Gebiet der modernen Kieferorthopädie geht, hat auch immer Prof. Hinz (Herne) das Wort, der beeindruckend schnelle Ergebnisse mit dem ELASTO-Positioner zeigte, das Lamitec®-Verfahren vorstellte und zugleich auf neue Möglichkeiten der metallfreien Retention mit gefrästen Zirkoniumdioxid Retainern (ortho-circ®) hinwies. Dr. Bärbl Reistenhofer aus Wien (A) gab einen  Einblick in die neue Zielgruppe Ihrer Patienten, bestehend aus einer Lifestyle-, Business- Prominenten- und Künstlerklientel, die nun erfolgreich mit der invisalign-Technologie behandelbar sind. Aus Italien stellte Dr. Andrea Bazzucchi die Wichtigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit heraus, um ästhetisch perfekte Behandlungsergebnisse mit Hilfe der invisalign-Therapie erzielen zu können. Daneben wurden weitere Aligner-Systeme wie dem deutschen Produkt Alphalign® im Gemeinschaftsvortrag von Dr. Uwe Peterseim und Dr. Jutta Hüsch in interessanter Perspektive vorgestellt. Dr. Roland Jonkmann erklärte die Wirkweise der Essix A- und Essix C- Apparaturen von Dentsply Raintree Essix® nach den biomechanischen Prinzipen Kraft + Platz + Zeit, die von einem der Pioniere der Aligner-Therapie Dr. Jack Sheridan einst postuliert wurden.

Die zahlreichen wissenschaftlichen Beiträge von verschiedenen Hochschulen aus Deutschland und Italien eröffnete mit einem mikroskopischen Blick durch das 3-D-Elektronen-Rastermikroskop die Arbeitsgruppe Dr. Jochen Langer und Dr. Sebastian Zingler (TU Darmstadt/Uni Heidelberg) bei der Darstellung und Untersuchung von Zähnen nach approximaler Schmelzreduktion. Dr. Elena Krieger (Universität Mainz) stellte eine Forschungsarbeit über metrische Untersuchungen zur Genauigkeit von Aligner-Behandlungen mit Ausblicken auf weitere Studien (Simeon Haag) dem Auditorium vor. Welche Bewegungen mit einem Aligner effizient zu erzielen sind, zeigte wissenschaftlich präzise evaluiert Dr. Christoph Bourauel der Universität Bonn, auch wenn er abschließend im rheinischen Dialekt über die genauen, tatsächlich wirksamen Kräfte lakonisch feststellen musste: „ma weset net!“. Die exakte Wirkungsweise, wodurch der blaue invisalign-teen Compliance Indicator blass wird, konnte hingegen Dr. Tim Schott (Universität Tübingen) sehr verständlich erklären. Lediglich zu vernachlässigende Einflüsse von Halitosis oder eingeschränkter Lebensqualität konnte Frau Isabelle Schaefer in ihrer fundierten Untersuchung zusammen mit Dr. Bert Braumann und Dr. Jörg Schwarze wissenschaftlich nachweisen. Dr. Maria Paola Guarneri der Universität Ferrara (I) befasste sich in Ihrem biomechanischen Vortrag mit den Möglichkeiten der Darstellung von Kraftapplikationen in der invisalign-Technik mittels fluoreszierender Indikatorpasten.

Abgerundet wurde der vielseitige Kongress, der die verschiedensten auf dem Markt befindlichen Aligner-Systeme unter praxisrelevanten und wissenschaftlichen Aspekten beleuchtete durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der DGAO an Professor Guiseppe Siciliani der Universität Ferrara (I) für seine besonderen Verdienste um Lehre und Forschung in der Aligner Orthodontie. Mit dem äußerst unterhaltsamen und flotten Beitrag von Dr. Stephan Höfer über den Spaß und die Effekte, die Patienten und Praxis-Team bei Methoden des Bleachings haben können, zusammen mit dem interessanten Abschlussvortrag von Dr. Jörg Schwarze über sein Resümee zu den Chancen und bisherigen Grenzen der Aligner-Behandlung endete am Samstagabend erfolgreich der 1. Wissenschaftliche Kongress der Deutschen Gesellschaft für Aligner Orthodontie in Köln.

Allgemein wurde die gute Stimmung sowie die angenehme Atmosphäre im InterContinental Hotel von den Teilnehmern gelobt. Große Anerkennung gab es auch vonseiten der Industriepartner der den Kongress begleitenden Dentalausstellung.

Aufgrund dieser positiven Resonanz wird auch der nächste wissenschaftliche Kongress in zwei Jahren wieder in Köln stattfinden. Diesmal im Gürzenich Köln. Termin ist der 23. und 24. November 2012.